Gotland gehört zu den sonnenreichsten Regionen Schwedens, und seine Küste wechselt
auf engem Raum zwischen feinem Sand, flachen Buchten und den inseltypischen
Kalksteinklippen. Dieser Überblick ordnet die Strände nach dem, wonach man sucht:
lebhaftes Badeleben mit Infrastruktur, lange weiße Sandstrände, stille Buchten oder
das Baden zwischen den Raukar. Wann das Wasser warm genug ist
und worauf man bei Strömung und Algenblüte achten sollte, steht ausführlich im
Bade-Guide.
Tofta, der lebhafteste Strand der Insel
Tofta liegt rund 20 Kilometer südlich von Visby und
ist der bekannteste und belebteste Strand Gotlands. Die offizielle EU-Badestelle ist
laut Havs- och vattenmyndigheten etwa 2 Kilometer lang, mit einem rund 20 Meter
breiten Sandstreifen und flach abfallendem Wasser. Rechnet man Süd-Tofta bis Gnisvärd
dazu, zieht sich der zusammenhängende Strandbogen über rund drei Kilometer. Die
Wasserqualität war zuletzt mit „ausgezeichnet" bewertet (Saison 2025).
Tofta ist zugleich der Strand mit der dichtesten Infrastruktur:
- Versorgung: Beach Club, Restaurants (unter anderem Broman & Son), Bar mit
After-Beach, Kiosk und Laden, Pool sowie Padel- und Volleyballplätze. Direkt hinter
dem Strand liegt Tofta Camping (mehr im Camping-Guide).
- Anfahrt und Parken: Zwei große Strandzugänge mit kostenpflichtigen Parkplätzen,
Bezahlung per App. In der Hochsaison kostet das Parken rund 60 kr pro Tag; ein
Teil davon finanziert die Rettungsschwimmer.
- Sicherheit: Tofta ist der einzige Strand Gotlands mit einer
Rettungsschwimmer-Station (Livräddartorn, seit 1995). Besetzt ist sie im
Hochsommer in den Wochen 28 bis 31.
Wer Trubel meiden will, sollte wissen: In der Hochsaison ist hier am meisten los. Tofta
ist außerdem Gotlands bekanntester Surf-, Wind- und Kitespot - Sideshore-Winde aus
Südwest und Nordwest erzeugen einen Beachbreak, die ersten rund 80 Meter sind stehtief.
Details zum Wassersport stehen im Bade-Guide.
Sudersand auf Fårö, der schönste Badestrand
Der landschaftlich schönste Badestrand der Region liegt auf der Nachbarinsel
Fårö: Sudersand, rund 75 Kilometer
nördlich von Visby. Die offizielle EU-Badestelle ist laut Havs- och vattenmyndigheten
etwa 2,5 Kilometer lang, mit breitem Sandstreifen, sehr feinem weißem Sand, flachem
Wasser und Dünen (Tourismusseiten nennen teils bis zu vier Kilometer; belegt ist der
Behördenwert von 2,5 km). Die Wasserqualität war 2025 „ausgezeichnet".
- Versorgung: Über das Sudersand Resort gibt es Toiletten, Restaurants, Bars, Cafés,
Kioske und Läden, Spielplatz, Outdoor-Gym sowie Tennis- und Padelplätze. Geparkt wird
kostenpflichtig; Zusatzfahrzeuge werden zum Parkplatz der Fårö Samfällighet geleitet.
Sudersand zählt zu den meistbesuchten Orten Fårös, im Sommer in der Größenordnung von
rund 100.000 Besuchern.
- Hundeverbot: Am Strand von Sudersand gilt vom 1. Mai bis 30. September
Hundeverbot (lokale Vorschrift). Dasselbe Verbot greift in dieser Zeit unter anderem
auch an Tofta, Gnisvärd, Burgsvik, Slite, Visby Havsbad
und einer Reihe weiterer betreuter Badeplätze. Zusätzlich besteht vom 1. März bis
- August an allen Stränden Gotlands Leinenpflicht; eigene Hundebadeplätze gibt
es etwa in Slite, Lickershamn und Brissund.
Erreichbar ist Sudersand nur über die kostenlose Fårö-Fähre (Färösundsleden) der
schwedischen Verkehrsbehörde Trafikverket zwischen Färösund und Broa. Der Fährweg misst
rund 1.300 Meter, die Überfahrt dauert etwa sechs Minuten. Die Fähre verkehrt
ganzjährig von morgens bis abends, im Sommer tagsüber etwa alle 10 bis 15 Minuten;
nachts teils nur auf telefonische Anforderung. Von Visby bis zum
Fähranleger in Färösund sind es rund 50 Kilometer (etwa 50 Fahrminuten), auf Fårö
kommen bis Sudersand noch rund sechs Kilometer hinzu. Mehr zur Verbindung steht im
Fähren-Guide.
Stille Buchten im Süden und Osten
Wer es ruhiger mag, wird im Süden und an der Ostküste fündig. Diese Strände haben weniger
Infrastruktur, dafür mehr Platz:
- Sandhamn liegt rund 40 Kilometer südöstlich von Visby auf der Halbinsel
Östergarnslandet. Der Badestrand ist laut Behörde nur etwa 150 Meter lang, mit
flachem, sandigem Grund, einzelnen Steinen und etwas Vegetation, ein kleiner,
beschaulicher Ort.
- Sandviken bei Sysne/Gammelgarn in derselben Region ist ein gut ein Kilometer
langer, flacher Sandstrand. Zur Saison 2026 entstehen dort ein neues Servicehaus,
Stellplätze, Glamping, Hütten und mehrere Parkplätze.
- Burgsvik im Südwesten liegt rund 75 Kilometer südlich von Visby. Der
Badestrand ist mit etwa 50 Metern schmal und grenzt an den Fischerhafen; es gibt
einen barrierearmen Steg und einen Sprungturm auf der Pier, eine Toilette im
Servicehaus des Gasthafens und einen kostenpflichtigen Parkplatz. Burgsvik ist keine
EU-Badestelle, aber per Bus gut angebunden: Die Linien 10/11/12 brauchen ab der Visby
Busstation rund 1 Stunde 45 Minuten.
Raukar-Strände - Baden zwischen den Kalksäulen
Eine gotländische Besonderheit sind Strände, an denen das Baden mit dem Anblick der
Raukar verschmilzt. Drei Gebiete eignen sich dafür besonders:
- Holmhällar an der Südspitze: Direkt vor dem Strandbereich (nahe dem Pensionat
Holmhällar) liegt ein großer Parkplatz, ein langer Wanderweg ist nicht nötig. Das
Raukargebiet zieht sich bogenförmig rund einen Kilometer entlang der Küste, bis zu
40 Meter breit, die höchsten Rauken knapp fünf Meter. Holmhällar liegt im
Naturreservat; nahegelegene Vogelschutz-Reservate können während der Brutzeit gesperrt
sein.
- Folhammar an der Ostküste bei Ljugarn ist über einen
befestigten Weg barrierearm mit Kinderwagen oder Rollstuhl erreichbar. Das rund 500
Meter lange Raukarfeld (Rauken bis sechs Meter) ist von Kiesstränden eingerahmt, die
nach Norden und Süden in Sandstrände übergehen, dort kann gebadet werden.
- Langhammars auf Fårö ist Gotlands
meistfotografiertes Raukargebiet (Motiv der 200-Kronen-Banknote): über 50 Rauken,
teils über acht Meter hoch, am Strand oberhalb der Bucht Klajvika. Es ist ein
Naturreservat und über einen Parkplatz erreichbar.
Weitere ruhige Sandstrände im Norden
Rund um Fårö und an der Nordküste liegen mehrere weitere, oft abgeschiedene Sandstrände:
- Ekeviken auf Fårö ist ein rund 900 Meter langer, flacher Sandstrand und gilt
neben Sudersand und Norsta Auren als einer der drei beliebtesten Fårö-Strände.
- Norsta Auren auf Fårö ist mit rund fünf Kilometern der längste, flache und
deutlich abgeschiedener, ein Strand für alle, die Weite und Ruhe suchen.
- Badhusparken/Bungeviken bei Färösund (rund 50 km von Visby) ist eine von der Region
Gotland betreute Badestelle mit gemischtem Sand-/Kiesstrand; der Teil Bungeviken ist
etwa 200 Meter lang, sehr flach und sandig.
Welcher Strand passt zu wem?
Die offizielle Tourismus-Einordnung hilft bei der Wahl:
- Familien mit kleinen Kindern: besonders flach und kinderfreundlich sind Åminne,
Sudersand, Tofta (mit Spielplatz), Norrlanda/Hammars und Slite. Tofta ist als
einziger Strand mit Rettungsschwimmern besetzt, mehr im
Familien-Guide.
- Junges, aktives Publikum und Wassersportler: Tofta ist der lebhafteste Strand mit
der meisten Infrastruktur.
- Paare, Naturliebhaber und Ruhesuchende: Norsta Auren, Sandhamn, Burgsvik und die
Raukar-Strände sind deutlich ruhiger.
Beim Baden gilt überall: Bei ablandigem Wind können aufblasbare Schwimmtiere
abtreiben, bei auflandigem Wind bilden sich in der Buchtenmitte oft Rückströmungen.
Im Sommer tritt rund um Gotland zudem regelmäßig Cyanobakterien-Blüte (algblomning)
auf; in dichter Algenblüte sollte man nicht baden, da sie beim Verschlucken giftig ist
und die Haut reizen kann. Die Region nimmt im Sommer Wasserproben, aktuelle Hinweise und
die Sicherheitslage stehen im Bade-Guide.