Eine Reederei, zwei Häfen
Alle Autofähren nach Gotland fahren unter der Marke Destination Gotland, einer Tochter der Rederi AB Gotland (Gotlandsbolaget). Ankunftsort ist immer der Hafen von Visby direkt unter der Stadtmauer. Vom Festland aus gibt es zwei Abfahrtshäfen, beide ganzjährig im Einsatz – welcher passt, hängt von der Anreiserichtung ab:
- Nynäshamn – Visby: rund 60 Kilometer südlich von Stockholm, mehrere Tagesabfahrten, in der Hochsaison Juni bis August deutlich mehr. Die Überfahrt dauert etwa 3 bis 3,5 Stunden. Die richtige Wahl aus Richtung Stockholm und Mittelschweden.
- Oskarshamn – Visby: in Småland an der Südostküste, je nach Saison etwa ein bis drei Abfahrten täglich, Überfahrt rund 3 Stunden. Meist der kürzere Weg für Reisende aus Süd- und Westschweden, etwa nach Anreise über die Öresundbrücke oder die Ostseefähren nach Trelleborg.
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Was die Überfahrt kostet
Die Preise sind dynamisch und richten sich nach Saison, Wochentag und Nachfrage; der Sommer ist die teuerste Zeit, die Nebensaison von September bis Mai liegt grob 20 bis 30 Prozent darunter. Ein paar Orientierungswerte für die einfache Fahrt:
- Fußpassagier (Erwachsener): ab rund 399 SEK ab Nynäshamn, ab rund 349 SEK ab Oskarshamn. Kinder von 4 bis 15 Jahren ab etwa 199 SEK, unter 4 Jahren gratis.
- Pkw: ab rund 1.296 SEK. Günstiger fährt oft das Pauschalpaket Alla+bilen für bis zu fünf Personen samt Fahrzeug – 1.250 SEK bei unter 6 Metern Länge, 1.350 SEK bei 6 bis 9 Metern, 1.500 SEK mit Anhänger.
- Wohnmobil: das Paket Alla+husbil (bis 5 Personen) kostet 1.250 SEK unter 6 Metern, 1.350 SEK bei 6 bis 9 Metern und 1.450 SEK über 9 Metern.
- Motorrad: ab rund 399 SEK. Fahrrad ab rund 99 SEK – Räder und Mopeds werden über die Fahrzeug-Einfahrt eingecheckt.
Ermäßigungen gibt es für Kinder (0 bis 12) und Jugendliche (13 bis 25), für Studenten und Rentner mit Ausweis, für Gruppen ab zehn Personen, für Interrail-/Eurail-Reisende sowie für Inselbewohner (Gotlandspris).
Tickettypen: Mini, Flexi und Flexi+
Destination Gotland verkauft jedes Ticket in drei Varianten – die Wahl entscheidet, wie flexibel du bleibst:
- Mini: der günstigste Tarif, dafür weder stornier- noch änderbar.
- Flexi: änderbar bis eine Stunde vor Abfahrt, gegen einen Aufschlag von etwa 20 Prozent.
- Flexi+: volle Erstattung möglich, mit rund 30 Prozent Zuschlag.
Buchen lässt sich jedes Ticket bis eine Stunde vor Abfahrt. Wer sicher reist, fährt mit Mini am günstigsten; wer Termine noch verschieben könnte, ist mit Flexi oder Flexi+ besser bedient.
Die Flotte
Auf den Linien fahren drei Schiffe in zwei Generationen. Die beiden neuen Schwesterschiffe M/S Visby (Baujahr 2018) und M/S Gotland (2019) sind vom Typ SF1650, fassen je 1.650 Passagiere und rund 500 Pkw, laufen 28,5 Knoten und fahren mit LNG/Biogas-Antrieb. Das ältere M/S Drotten (2003, Typ SF1500) nimmt 1.500 Passagiere und ebenfalls etwa 500 Pkw, hat aber noch einen konventionellen Antrieb. An Bord gibt es Restaurants, Shops und Ruhebereiche.
Praktisch für Spätreisende ist die Nachtfähre: späte Abendabfahrt, Überfahrt mit Kabine über etwa 7 bis 9 Stunden, morgens in Visby – das spart eine Hotelnacht. Die genauen Uhrzeiten wechseln je nach Saison und Datum.
Check-in, Boarding und Haustiere
Der Online-Check-in öffnet 3 Stunden vor Abfahrt. Das Boarding beginnt spätestens 1 Stunde 30 Minuten vor Abfahrt und schließt 20 Minuten vorher – wer später kommt, riskiert, die Fähre zu verpassen. Gerade in der Hauptsaison lohnt ein großzügiger Puffer.
Haustiere dürfen während der Überfahrt im Fahrzeug bleiben (ein Besuch ist erlaubt) oder werden im eigens eingerichteten Djursalongen gebucht; in den übrigen Salons und Kabinen sind Tiere nicht zugelassen.
Anreise zu den Häfen und Parken
Nynäshamn ist auch ohne Auto gut erreichbar: Das Pendeltåg (S-Bahn) fährt direkt ab Stockholm C in rund 55 Minuten bis Nynäshamn, vom Bahnhof sind es nur etwa 400 Meter zur Fährterminal, und die Abfahrten sind auf die Fähre abgestimmt. Wer mit dem Auto kommt, parkt am Hafen kostenpflichtig (Betreiber Apcoa) für etwa 120 bis 180 SEK pro Tag.
In Oskarshamn liegt das Terminal an der Verkstadsgatan 1, der Fahrzeug-Check-in an der Sjösättningsgatan; Bahnhof und Bushaltestelle sind in Hafennähe, das Terminal ist fußläufig. Direkt am Terminal gibt es vier Langzeitparkplätze: eingezäunt 120 SEK/Tag bzw. 600 SEK/Woche, offen 100 SEK/Tag bzw. 500 SEK/Woche, maximal 28 Tage. Im Juli sind sie schnell voll.
Buchen und bezahlen
Am günstigsten bucht man direkt über die offizielle Website destinationgotland.se oder die App „Destination Gotland” (iOS/Android), die den Boarding-Pass aufs Handy bringt. Bei Buchung per Telefon oder am Terminal fällt eine Servicegebühr von rund 70 SEK an. Bezahlt wird unter anderem per Karte und Swish.
Zwei Faustregeln zum Schluss: Fußpassagiere reisen in der Regel ohne Vorbuchung, Pkw-Plätze sind in der Hochsaison – allen voran im Juli – oft Monate vorher ausgebucht. Wer schneller als per Fähre auf die Insel will, prüft die Direktflüge ab Stockholm im Flug-Guide; für die Fortbewegung vor Ort lohnt sich ein Mietwagen oder ein Blick in die Gotland-Reiseinfos.