Raukar auf der Hauptinsel
Nicht alle Raukar liegen auf Fårö: Folhammar im Kirchspiel Ardre, rund einen Kilometer nördlich des Badeorts Ljugarn, ist das bekannteste Raukar-Gebiet an der Ostküste der gotländischen Hauptinsel. Wer keinen Abstecher nach Fårö machen will, findet hier direkt am Meer ein dichtes Feld aus markanten Kalksteinsäulen – auf etwa 500 Metern stehen zahlreiche Raukar, mehrere davon bis zu sechs Meter hoch.
Das Areal ist seit dem 17. Dezember 1974 als Naturreservat geschützt und wird von der Länsstyrelsen Gotland verwaltet. Es umfasst rund 77 Hektar – etwa 17 Hektar Land und 60 Hektar Wasser – und zieht sich über 1,8 Kilometer Küstenlinie von der Mündung des Halsgårdeån bis zum kleinen Fischerdorf Vitvär.
Aus Riff und Fossilien geformt
Die Raukar von Folhammar bestehen aus fossilreichem Riffkalkstein. Sichtbar sind darin vor allem versteinerte Stromatoporen – auf Gotland kattskallar (Katzenschädel) genannt – sowie Reste von Seelilien (Crinoiden). Das Material stammt aus den Korallenriffen eines tropischen Urmeers, in dem Gotland vor rund 400 Millionen Jahren lag. Das weichere Gestein wurde im Lauf der Zeit weggewaschen, übrig blieben die härteren Säulen, die heute am Ufer stehen.
Im nördlichen Teil des Reservats liegt zudem ein Trojaborg, ein steingelegtes Labyrinth, wie es an mehreren Stellen der Insel zu finden ist.
Was dich erwartet
Folhammar ist gut erschlossen, ohne seinen Naturcharakter zu verlieren. Vorhanden sind:
- Parkplatz mit Zufahrt am Reservatsrand
- Toiletten (Trockenklo) und Informationstafeln
- Rastplätze sowie eingerichtete Grill- und Feuerstellen
- ein befestigter Weg, der das Gebiet auch mit Kinderwagen und Rollstuhl zugänglich macht
Das zentrale Raukfeld ist der eigentliche Anziehungspunkt: Über rund 500 Meter reihen sich die Säulen entlang der Küste. Im Feld selbst ist der Untergrund steinig, festes Schuhwerk ist sinnvoll. Stimmungsvoll wirken die hellen Säulen vor allem morgens oder am späten Nachmittag, wenn das flache Licht ihre Konturen betont.
Besuch & Praktisches
- Zugang: Das Reservat ist ganzjährig frei zugänglich, es gibt keine Tore und keine Eintrittsgebühr. Auf dem Parkplatz kann eine Parkgebühr anfallen – das ist nicht offiziell bestätigt.
- Anreise: Folhammar liegt direkt nördlich von Ljugarn an der Ostküste und ist mit dem Auto gut erreichbar. Ein Besuch lässt sich leicht mit einem Bummel durch den Badeort und seinen Strand verbinden.
- Regeln: Hunde sind an der Leine zu führen. Zelten, das Befahren mit Motorfahrzeugen abseits der Wege und das Anlanden unbemannter Boote sind ohne Genehmigung untersagt – es handelt sich um ein geschütztes Naturreservat.
- Kombinieren: Wer mehr Raukar sehen will, findet die bekanntesten Felder auf Fårö, etwa Langhammars und Digerhuvud. Weitere Naturziele der Insel sammelt der Natur-Guide.