Schwedens größtes Raukar-Feld
Digerhuvud an der Westküste von Fårö ist das größte Raukar-Feld Schwedens. Über rund 3.500 Meter zieht sich ein dichtes „Steinmeer” aus Kalksteinsäulen entlang der Küste – von Lauterhorn (Släthällar) im Süden bis zum kleinen Fischerdorf Helgumannen im Norden. Mehrere hundert Säulen stehen hier am Ufer, in der Höhe variieren sie von knapp einem Meter bis zu acht Metern.
Das Naturreservat umfasst 113 Hektar und steht seit 1930 unter Schutz; verwaltet wird es von der Länsstyrelsen i Gotlands län. Damit ist Digerhuvud eines der ältesten Schutzgebiete der Insel – und in der Reihe der gotländischen Raukar-Felder das mit Abstand ausgedehnteste.
Aus einem Urmeer-Riff geformt
Die Raukar von Digerhuvud sind Reste eines urzeitlichen Korallenriffs. Vor rund 400 Millionen Jahren, im Erdzeitalter des Silur, lag Gotland als Meeresboden in einem tropischen Urmeer. Aus Schalen und Skeletten von Riffbewohnern bildete sich harter Riffkalk – widerstandsfähiger als das geschichtete Gestein ringsum. Als die Wellen über Jahrtausende das weichere Umgebungsgestein abtrugen, blieben die harten Riffkalk-Kerne als Säulen zurück. In ihnen lassen sich vielerorts Fossilien erkennen.
Hinter dem Raukfeld erstreckt sich ein bis zu 200 Meter breites Geröll- und Kieselfeld mit kaum Vegetation, dahinter ein niedriger, vom Wind geformter Strandkiefernwald – eine karge, eigentümliche Landschaft, die das Steinmeer einrahmt.
Was dich erwartet
Eine befestigte Straße führt durch das gesamte Reservat entlang der Küste, sodass jeder Küstenabschnitt leicht erreichbar ist. Entlang der Strecke liegen sechs ausgewiesene Parkplätze, jeweils nahe den größten Raukansammlungen. Vorhanden sind:
- sechs Parkplätze mit Informationstafeln und Picknicktischen
- einfache Trockentoiletten an drei der Parkplätze
- Feuer- und Rastplätze an denselben Stellen
- Informationstafeln zu Geologie und Reservat im gesamten Gebiet
Wer mag, hält an einem Parkplatz für einen kurzen Stopp oder wandert entlang des Raukfelds die Küste ab. Der Untergrund auf dem Geröll- und Kieselfeld ist uneben – festes Schuhwerk ist sinnvoll. Die befestigte Straße erlaubt es immerhin, mit dem Auto bis dicht an die Rauken heranzufahren. Am stimmungsvollsten wirken die hellen Säulen früh am Morgen oder am Abend, wenn das flache Licht ihre Konturen betont und tagsüber im Hochsommer weniger Besucher unterwegs sind.
Besuch & Praktisches
- Anreise: Mit dem Auto über Fårö, das per kostenloser Fähre von Fårösund nach Broa erreichbar ist. Die Reservatsstraße ist mit einem normalen Pkw befahrbar, ein Geländewagen ist nicht nötig.
- Dauer: Von 30 Minuten für einen kurzen Stopp bis zu rund anderthalb Stunden für eine Küstenwanderung entlang des Feldes.
- Zugang: Ganzjährig frei zugänglich, kein Eintrittsgeld, keine festen Öffnungszeiten. Saisonale Sperrungen sind nicht angekündigt.
- Regeln: Hunde sind anzuleinen (außer 1. November bis 31. Januar). Motorfahrzeuge nur auf ausgewiesenen Wegen, kein Zelten, keine Entnahme von Fossilien und keine Beschädigung der Formationen – es handelt sich um ein geschütztes Naturreservat.
- Kombinieren: Der nördlichste Parkplatz liegt in Sichtweite des historischen Fischerdorfs Helgumannen mit seinen rund 15 alten Fischerhütten. Von dort führt die Straße direkt weiter ins angrenzende Raukar-Reservat Langhammars. Ein Strandstopp an Sudersand rundet den Tag auf Fårö ab. Weitere Naturziele sammelt der Natur-Guide, einen Überblick gibt die Raukar-Übersicht.